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Mathematik

psy > Kognition

Aus der Zeitschrift "Psychologie-Heute" vom Juni 2008, S.18:

"Frauen rechnen mit Gefühl"
Warum Frauen in Mathematik tatsächlich oft schlechtere Leistung bringen

"Frauen sind mathematisch eher unbegabt - ein Vorurteil, das sich standhaft hält."
[...]
"Anne Krendl und ihr Team vom amerikanischen Dartmouth College" [...] "konfrontierte ihre weiblichen Versuchsteilnehmer kurz vor einem Rechentest mit dem Vorurteil, dass Frauen in Mathematik weniger begabt seien als Männer. Eine Kontrollgruppe dagegen bekam vor Beginn des Experiments nur neutrale Anweisungen.
Die Probandinnen lagen während des Versuchs in einem Gehirnscanner, sodass die Wissenschaftler genau beobachten konnten, was sich in den Köpfen der Frauen abspielte, wenn sie die Rechenaufgabe lösten.

Währen Frauen in der neutralen Kontrollgruppe erwartungsgemäß Gehirnregionen wie den Gyrus angularis aktivierten, der bei mathematischen Lernen gefragt ist, zeigten die Gehirne der restlichen Frauen ein ganz anderes Bild. Jene Frauen, die von den Versuchsleitern zuvor an die Geschlechterstereotype erinnert worden waren, aktivierten während des Rechentests hauptsächlich den ventralen anterioren cingulären Kortex, kurz vAAC. Eine Gehirnregion, die von Zahlen nichts versteht, sondern sich auf die Verarbeitung sozialer und emotionaler Informationen spezialisiert hat und besonders aktiv wird, wenn wir uns sozial zurückgesetzt fühlen.
Da Gefühle beim Lösen von mathematischen Gleichungen eher im Wege stehen, schnitten diese Frauen verständlicherweise sehr viel schlechter ab, als ihre unbehelligten Kolleginnen, deren Gyrus angularis ungestört vor sich hin rechnen konnte."

Wissenschaftler vermuten, dass die durch die Vorurteile hervorgerufenen negativen Gedanken den vACC so stark aktivierten, dass den Matheregionen im Gehirn kostbare Aufmerksamkeitsressourcen fehlten."

[...]

"Es sind jedoch nicht nur Frauen, die sich hinsichtlich ihrer mathematischen Fähigkeiten verunsichern lassen. So erzählte man einer Gruppe mathematikbegabter Männer mit weißer Hautfarbe kurz vor einem Rechentest, dass sie im Vergleich zu asiatischen Männern regelrechte Mathenieten seien. Um jegliche Zweifel zu zerstreuen, untermauerte man diese Aussage noch mit etlichen Zeitungsartikeln, die die Mathematikbegabung der Asiaten lobten."
[...]
"ließ sie diese Aussage nicht kalt, und
ihre Rechenfähigkeit fiel in den anschließenden Tests dramatisch ab."


A.C Krendl u.a.: The negative consequences of threat. A functional magnetic imaging investigation of neural mechanisms underlying women´s underperformance in math. Psychological Science, Bd. 19/2, 2008

J. Aronson u.a.: When white men can´t do math: Necessary and sufficient factors in stereotype threat. Journal of Experimental Social Psychology, Bd. 35/1, 1999, 29-46"




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